Piwik- eine Open Source Alternative zu Google Analytics
26.03.2010 21:46
In mehreren Veröffentlichungen wird derzeit diskutiert, ob die Speicherung von IP-Adressen bei der Auswertung der Besucherstatistik gegen den deutschen Datenschutz verstößt. Die Experten sind sich nicht einig und auch bisherige Gerichtsentscheidungen sind unterschiedlich. Im schlimmsten Fall, so die Experten, kann ein Bußgeld von 50.000 Euro veranschlagt werden (die zeit) . Google nimmt diese Diskussion sehr ernst und arbeitet derzeit an Lösungen, um es in Zukunft dem Internetsurfer zu überlassen, ob sein Besuch auf einer mit Google-Analytics ausgestatteten Seite gezählt werden soll oder nicht (google analytics blog).
Das alternative Analyseverfahren piwik hat dieses Problem bereits gelöst, indem IP-Adressen auf Wunsch anonymisiert werden können. Darüber hinaus ist es auch noch als Open-Source Software verfügbar - ein unschlagbarer Vorteil. Ein weiterer Vorteil von piwik ist, dass die Daten auf dem eigenen Server gespeichert werden und nicht beim Anbieter selbst. Einerseits hat man dadurch die Datenhoheit über die aufbereiteten Statistiken, andererseits muss man für die Berechnung eigene Ressourcen zur Verfügung stellen.
Die Einbindung von piwik unterscheidet sich dabei nicht von Google-Analytics. Bei beiden Diensten wird am Ende der Internetseite ein Javascript-Aufruf eingefügt, der den aktuellen Besucher in der Statistik erfasst.
Die Auswertungen von piwik können momentan noch nicht ganz mit den Möglichkeiten von Google-Analytics mithalten. Zum Beispiel kennt piwik momentan nur die Zeiträume Tag/Woche/Monat und Jahr. Individuelle Zeiträume, etwa vom 4. Januar bis 10.April, sind noch nicht möglich. Allerdings hat das Open-Source Programm bisher auch nur die Versionsnummer 0.55 erreicht und bis zur finalen Version 1.0 sind neben individuellen Zeiträumen auch noch andere Funktionen eingeplant.
Fazit: piwik macht bereits in der Version 0.55 einen sehr guten Eindruck und bietet alles, was man auf den ersten Blick als Seitenbetreiber wissen muss. Die Auswertungen sind übersichtlich und gut strukturiert. Kampagnen können wie bei Google-Analytics ebenso in piwik angelegt und verfolgt werden. Ein weiterer Pluspunkt aus meiner Sicht ist, dass die einzelnen Auswertungen über eine API (Schnittstelle) auch in anderen Applikationen angezeigt werden können. Beispielweise direkt im Content-Management System der eigenen Seite. So hat man jederzeit mit einem Login alle Daten in der Übersicht.

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